Am gestrigen Mittwoch stand in Sindelfingen eine mitgliederoffene Sitzung des CDU-Landesverbandes auf dem Programm. Es fanden sich etwa 1000 Mitglieder in der Stadthalle von Sindelfingen ein um das ernüchternde Ergebnis der Landtagswahl zu besprechen und das weitere Vorgehen der CDU im Land zu besprechen.
Zu Beginn begrüßte der Noch-Ministerpräsident Stefan Mappus die anwesenden Mitglieder und Funktionäre und nahm Stellung zum Wahlkampf und -ergebnis. Leider trug diese Stellungnahme nicht sehr zur Klärung bei. Für Mappus waren auch dieses Mal die Presse mit ihren Bildern vom 30. September 2010 mit den Wasserwerfern bei den Protesten zu Stuttgart 21, die Atom-Katastrophe in Fukushima sowie die Äußerungen des Wirtschaftsministers Rainer Brüderle wenige Tage vor der Wahl die Hauptursachen für die Wahlniederlage der CDU.
Er konnte sich hier leider nicht durchringen, auf Probleme der CDU, des Wahlprogramms sowie der handelnden Personen, u.a. sich selbst, einzugehen und schlug auch keinerlei selbstkritische Töne an. Hier hätte ich dann doch mehr erwartet.
Anschließend stellte der Landesgeschäftsführer Florian Weller verschiedene Statistiken zum Wahlergebnis der Landtagswahl vor. Diese waren alle sehr interessant und zeigen dann doch deutlich auf, welche Wählerschichten die CDU nicht oder nur sehr schwer erreichen konnten.
Hier lässt sich nun hoffen, dass die handelnden Personen diese Ergebnisse zur Kenntnis nehmen und auch bei ihrem Handeln in der Zukunft berücksichtigen um das Vertrauen der Leute wieder zurückzugewinnen.
Nach dieser kurzen Runde kam es zur offenen Diskussion, bei der sich die Mitglieder an einem der Saalmikrofone zum Wahlergebnis oder allgemeinen Themen äußern konnten. Hier hatten sich dann am Ende knapp 80 Redner gemeldet, die alle ähnliche Themen ansprachen. Ich habe mir dann auch nicht alle Wortmeldungen angehört, sondern habe die Veranstaltung nach ca. 3,5 Stunden wieder verlassen. Laut Teilnehmerangaben dauerte die gesamte Veranstaltung am Ende wohl knapp 5 Stunden.
Aus den Reden sowie den Beifallsbekundungen konnte man schließen, dass der Großteil der Mitglieder jetzt eine tiefer gehende Analyse der Ergebnisses sowie eine ausgiebige Diskussion über das neue Programm. Ein einfaches “Wählen wir mal einen neuen Vorsitzenden und dann machen wir so weiter wie bisher”, wurde dann von den meisten abgelehnt.
Eine Konsequenz daraus wurde dann auch gestern Nacht bereits getroffen, und der Landesvorstand hat den für den 7. Mai geplanten Landesparteitag um einige Wochen nach hinten geschoben.
Bzgl. der weiteren Äußerungen wird sich zeigen, welche Schlüsse daraus gezogen werden. So war dem Verhalten des Großteils der Teilnehmer zu entnehmen, dass Generalsekretär und Bundestagsabgeordnete Thomas Strobl nicht der geeignete Kandidat für den Posten des Landesvorsitzenden ist.
Bisher hat sich aber leider noch keiner der anderen möglichen Kandidaten aus seiner Deckung gewagt :-(. Da kann ich nur hoffen, dass sich bei der Kandidatenliste bis zum Parteitag noch was tut und dort ein fähiger neuer Landesvorsitzender oder eine Landesvorsitzende gewählt werden kann.

Ein CDU-Mitglied zeigt ein Wahlplakat der Grünen um auf das Verhalten des designierten Ministerpräsidenten Winfried Kretschmann hinzuweisen, der aktuell in verschiedenen Tehmen dabei ist, wichtige Wahlversprechen nicht einzuhalten.





