Ich bin natürlich nicht (nur) zum Spaß oder um Urlaub zu machen hier, sondern muss Arbeiten gehen. Heute stand daher der erste Arbeitstag bei Proton (malaysischer Autohersteller) an.
Zuerst einmal hatte ich heute Morgen / Nacht die Freude, vom Muezzein der nahe liegenden Moschee um kurz nach 5 durch sein Sing-Sang geweckt zu werden :-(. Nachdem ich dann wieder eingeschlafen war, fing er um kurz nach 6 wieder an. Da vom Hotel dann aber schon eine englischsprachige Tageszeitung verteilt wurde, bin ich dann auch gleich aufgestanden. In der Zeitung sind sogar die Fußball-Ergebnisse der Bundesliga drin gewesen (wenn auch die Niederlage 🙁 des FC von gestern noch nicht mit drin stand).
Nach dem Frühstück ging es dann zum Proton-Gelände, das so knapp 20 Minuten vom Hotel entfernt ist. Linksverkehr ist schon eine Sache, an die man sich gewöhnen muss (Aktuell fahr ich noch beim Kollegen im Mietwagen mit, in 1 – 2 Wochen bekomme ich dann mein eigenes Auto). Da bin ich mal gespannt, wann ich das so halbwegs verinnerlicht habe. (Wenn ich zurück bin, erkennt Ihr mich zuerst an den Falschfahrer-Meldungen auf der Autobahn ;-))
Um ein Gästeausweis dort zu bekommen, musste man einen Ausweis da lassen. Da diese laut Kollegen wohl ab und an verloren gehen können, haben die meine AOK-Karte bekommen, die bringt hier eh nichts ;-). Im Laufe des Vormittags wurden wir dann den Kollegen vorgestellt. Zu einem Kollegen, der mit uns zusammen arbeiten soll, wurde folgendes gesagt:
- Er soll da sein, bevor wir das sind.
- Er solle versuchen, mit uns wieder zu gehen.
- Er muss dann arbeiten, wenn wir arbeiten wollen. Und das auch Sonntags 😉
- Wenn wir ein Problem haben oder was brauchen, soll er sich darum kümmern.
Wir sind danach dann zusammen zum Essen gegangen. Da die Kantine des R&D-Gebäudes, in dem wir sitzen, nicht die Beste sein soll, sind wir zum “Executive Dinning” (Das Essen hat mich da ganze RM 6,- gekostet, d.h. ungefähr 1,20 €) gegangen ;-). Das Beste daran ist aber, dass man dazu einmal durch die komplette Fabrik läuft und so die Fertigung der Fahrzeuge von Pressen der Metallteile, über das maschinelle Schweißen bis zur Endmontage sieht. Das zu sehen ist wirklich beeindruckend (leider darf man da keine Fotos machen :-(). Überrascht hat mich dabei, dass die maschinelle Fertigung sehr weit ist, ich hätte da deutlich mehr Handarbeit von irgendwelche billigen Arbeitskräften (Indonesiern oder Chinesen) erwartet. (Bei BMW hab ich in > 2 Jahren leider keinen dieser Bereiche gesehen)
Nachmittags ging es dann noch zur Sicherheitsabteilung und wir haben gleich am ersten Tag unseren Fremdfirmenausweis bekommen. Das hätte ruhig noch etwas dauern können, da man ohne Ausweis nach 18:30 Uhr nicht mehr aus dem Gebäude kommt ;D.
Heute Abend ging es wieder in die Mall, diesmal in einen Chicken Rice Shop mit nicht so scharfem Essen.